FAQ

Gerade wenn es um Dienstleistungen im Forderungsmanagement geht, fallen oftmals verschiedene Fachbegriffe. In den FAQs sind die wichtigsten Fachbegriffe kurz und verständlich erklärt.

Bonität

Unter dem Begriff 'Bonität' versteht man die Zahlungsfähigkeit und die Zahlungswilligkeit von Privatpersonen und Unternehmen. Die Bonität wird in einer Bonitätsauskunft in Kombination mit weiteren Kriterien bewertet und ein so genannter Bonitätsindex ermittelt. Heut zu Tage ist die Bonität bei der Kreditvergabe ein wichtiger Indikator, aber auch dafür, welche Zahlungsarten in einem Auftrag im E-Commerce-Bereich angeboten werden.  

Bonitätsauskunft

In einer Bonitätsauskunft werden verschiedene Informationen zur Bonität und zum Zahlungsverhalten sowie weiche bzw. harte Negativmerkmale zur Person oder Firma gesammelt. Aus diesem Informationen ermittelt eine Wirtschaftsauskunftei über mathematische-statistische Verfahren einen sogenannten Bonitätsindex. Bonitätsauskünfte werden nach Konsumentenauskünften (Bonitätsauskunft über eine Privatperson) oder Firmenauskünfte (Bonitätsauskunft über ein Unternehmen) unterteilt.

Forderungsmanagement

Im Forderungsmanagement werden Rechnungen, Zahlungsfristen und offene Forderungen überwacht. Viele Unternehmen lagern das Forderungsmanagement an ein Inkassounternehmen aus, um damit eigene Kosten zu sparen. Zum Forderungsmanagement gehört der Bereich Bonitätsprüfung, Debitorenmanagement und das Inkassoverfahren an sich.

Gläubiger

Der Gläubiger, der auch als Kreditor oder Auftraggeber bezeichnet wird, verfügt gegenüber dem Schuldner über einen vertraglichen oder rechtlichen Anspruch aus einem Schuldverhältnis, mit dem er von diesem ein Tun, Dulden oder Unterlassen wie z.B. die Zahlung eines Kaufpreises, fordern kann.

Handwerksinkasso

Unter dem Begriff 'Handwerksinkasso' versteht man das klassische Inkassogeschäft, worauf sich bestimmte Inkassounternehmen für die Handwerksbranche spezialisiert haben. Die Auslagerung des Inkassoprozesses spart dem Handwerksbetrieb oftmals erhebliche Kosten und Zeit. Gerade für junge Unternehmen kann eine hohe Anzahl von offenen Forderungen existenzbedrohend sein.  

Inkasso

Unter dem Begriff 'Inkasso' ist die Einziehung offener Forderungen zu verstehen. Oftmals übernimmt das Inkasso ein Dienstleistungsunternehmen (Inkassounternehmen). Einige Unternehmen führen das Inkassoverfahren aber auch noch selbst inhouse durch.

Inkassounternehmen

Ein Inkassounternehmen ist ein gewerblicher Betrieb, der sich mit dem Einzug offener Forderungen für Gläubiger - also Dritte - beschäftigt. Der Einsatz eines Inkassounternehmens spart dem Gläubiger Zeit, Geld und Personal und führt die ausstehende Liqidität schneller an das Unternehmen zurück, als wenn der Gläubiger das Inkasso selbst durchführen würde. Ein Inkassounternehmen versteht sich als Vermittler zwischen Gläubiger und Schulder. Zur Sicherung der Qualität sollte ein Inkassounternehmen nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz registriert und darüberhinaus TÜV-zertifiziert sein.

Inkassoverfahren

Im vorgerichtliche oder auch außergerichtlichen Inkassoverfahren spricht das Inkassounternehmen den Schuldner schriftlich, telefonisch und persönlich durch einen Außendienst an und versucht, die offene Forderung für den Gläubiger einzufordern. Im schriftlichen Inkasso werden verschiedene Inkassoschreiben versendet. Im Telefoninkasso wird der Schuldner direkt im Gespräch mit seiner offenen Forderung konfrontiert und oftmals eine entsprechende Zahlungsvereinbarung getroffen. Der persönliche Kontakt mit einem Außendienst ist dabei die direkteste Ansprache.

Insolvenz

Im Bereich der Insolvenz unterscheidet man zwischen Firmen- und Privatinsolvenzen (Verbraucherinsolvenz). Insolvenz bedeutet, dass ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht mehr nachkommen kann. Auslöser für Insolvenzen können Überschuldung, akute oder drohende Zahlungsunfähigkeit sein.

Kontopfändung

Die Kontopfändung ist ein Instrument der Zwangsvollstreckung, das Gläubiger und auch Inkassounternehmen im gerichtlichen Verfahren einsetzen. Unter Vorlage des gerichtlichen Pfändungsbeschlusses kann der Gläubiger das Konto des Schuldners sperren. Zum Ausgleich der offenen Forderung kann es bei einer Kontopfändung jedoch nur kommen, wenn das Konto ein Guthaben aufweist.

Lohnpfändung

Lohnpfändung ist eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme im gerichtlichen Mahnverfahren. Bei der Pfändung von Lohn- und Gehaltsansprüchen sind zum Schutze des Schuldners die Freigrenzen aufgrund der Pfändungstabelle (§ 850c ZPO) zu beachten.

Mahnbescheid

Gläubiger oder auch Inkassounternehmen können das gerichtliche Mahnverfahren anstreben und ihre geldliche Forderung geltend machen, wenn das außergerichtliche Verfahren ohne Erfolg geblieben ist. Auf Antrag beim zuständigen Amtsgericht wird der Mahnbescheid (Titel) erstellt. Nach Zustellung des Mahnbescheids kann der Schuldner mit einer Frist von zwei Wochen Widerspruch einlegen.

Mahnung

Im Inkassoprozess werden verschiedene Mahnungen oder auch Inkassoschreiben versendet. Oftmals versendet der Gläubiger - also der Handwerksbetrieb - bereits eine Mahnung, um dem Schuldner den Zahlungsverzug anzuzeigen. Eine Mahnung unterliegt verschiedenen Kriterien und kann in bestimmten Fällen entbehrlich sein.

Schuldner

Als Schuldner wird diejenige Person definiert, welche in einer gesetzlichen oder vertraglichen Leistungsbeziehung (Schuldverhältnis) zum Gläubiger steht oder gestanden hat. Ein Schuldner kann sowohl eine natürliche als auch eine juristische Person sein. Zwischen diesen beiden Parteien ist also eine Forderung entstanden. Üblicherweise wird der Gläubiger dem Schuldner seine erbrachte Leistung in Rechnung stellen. Ein Schuldner kann alternativ auch als Debitor bezeichnet werden.

Telefoninkasso

Das Telefoninkasso ist ein wichtiger Bestandteil im Inkassoprozess des Inkassounternehmens. Im Telefoninkasso tritt das Inkassounternehmen mit seinen Schuldner in direkten Kontakt und kann so eine schnellere Zahlung z.B. durch individuelle Zahlungsvereinbarunge erwirken. Zudem können Fragen zur Forderung sowie Informationen zur Lebens- und Wirtschaftssituation des Schuldners geklärt bzw. erhalten werden. Die Mitarbeiter eines Inkassounternehmens werden auf solchen Telefonate speziell geschult und verfügen so über das notwendige Know-How sowie Fingerspitzengefühl, um ein derartiges Telefonat erfolgreich zu beenden.

Verjährung

Nach Ablauf der Verjährung können Ansprüche nicht mehr geltend gemacht werden. Die Forderung bzw. der Anspruch ist dann verjährt. Im BGB ab § 194 sind die entsprechenden Vorschriften zur Verjährung zu finden. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nach § 195 BGB drei Jahre.  

Verzugsschaden

Wenn der Schuldner sich im Zahlungsverzug befindet, muss er für alle Kosten der Forderungsbeitreibung, die dem Gläubiger dadurch entstehen, nach BGB aufkommen. Dies können z.B. Kosten des Inkassounternehmens, Verzugszinsen, Mahngebühren, Adressermittlungskosten usw. sein.

Verzugszinsen

Anhand des Basiszinssatzes werden die Verzugszinsen gemäß § 288 BGB ermittelt, die das Handwerksunternehmen bzw. das Inkassounternehmen seinen Schuldnern berechnet. Daraus ergibt sich für Geschäfte mit Verbrauchern ein Verzugszinssatz von 5,12% bzw. bei Geschäften mit Unternehmen ein Verzugszinssatz von 8,12%. Verzugszinsen gehören zum sogenannten Verzugsschaden, den der Schuldnern zu tragen hat.

Vollstreckung

Mit einem Vollstreckungsbescheid (Vollstreckungstitel), der im gerichtlichen Mahnverfahren nach dem Mahnbescheid erwirkt worden ist,  können u.a. Inkassounternehmen die geldliche Forderung durch Einleitung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wie der Konto-, Lohn- oder Mobiliarsvollstreckung beitreiben. Legt der Schuldner nicht binnen zwei Wochen Widerspruch ein, wird der Vollstreckungsbescheid rechtskräftig.

Zahlungsverzug

Ein Schuldner einer Geldforderung gerät automatisch 30 Tage nach Zugang der Rechnung in Zahlungsverzug, wenn nichts anderes vereinbart ist. Gegenüber einem Verbraucher muss hierauf in der Rechnung hingewiesen werden. Eine Mahnung ist somit nicht erforderlich! Oftmals wird aber aus Kulanz zum Schuldner eine Zahlungsaufforderung versendet, um den Schuldner den Zahlungsverzug aufzuzeigen. Ist ein spezialles Zahlungsdatum oder eine Zahlungsfrist in der Rechnung definiert, kommt der Schuldner nach dessen Verstreichen ebenfalls in den Zahlungsverzug.