Bis zum 01.07.2012 gilt der Basiszins von 0,12%!

Die Bundesbank hat den Basiszins von 0,37% auf 0,12% gesenkt. Der neue Basiszinssatz kann erst wieder zum 01.07.2012 verändert werden. Der Basiszinssatz spielt für Inkassounternehmen und damit auch für das Handwerksinkasso eine wichtige Rolle, da der Basiszinssatz für die Berechnung der Verzugszinsen benötigt wird.

Bei Verbrauchergeschäften werden demnach zur Berechnung der Verzugszinsen 5%, und bei Handelsgeschäften 8% zum aktuellen Basiszins von 0,12% addiert. Demnach liegt bei Rechtsgeschäften mit Verbraucherbeteiligung nun aktuell der Verzugszinssatz bei 5,12% und bei Rechtsgeschäften ohne Verbraucherbeteiligung, den Handelsgeschäften, bei 8,12%.

Verzugszinsen zählen zu den rechtlichen Folgen des Zahlungsverzuges im Handwerksinkasso. Kommt ein Schuldner in Verzug, kann der Handwerker, der z.B. durch ein Inkassounternehmen seine Forderungen mittels Handwerksinkasso geltend macht, Ersatz des entstehenden Schadens und bei Geldschulden Verzugszinsen als Mindestschaden gegenüber dem Schuldner gemäß BGB § 280 und § 286 gelten machen. Unter dem Verzugsschaden werden diejenigen Kosten und Aufwendungen verstanden, die dem Handwerksunternehmen durch den Forderungseinzug durch ihn selbst, das Inkassounternehmen oder einen Rechtsanwalt entstanden sind. Darüber hinaus gehören auch Zinsen, die nach der Höhe der Forderungssumme ermittelt werden, sowie Ermittlungs-, Mahn-, Fahrt-, Telefon- und Gerichtskosten dazu.

Unter BGB § 288 heißt es:
(1) Eine Geldschuld ist während des Verzugs zu verzinsen. Der Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
(2) Bei Rechtsgeschäften, an denen ein Verbraucher nicht beteiligt ist, beträgt der Zinssatz für Entgeltforderungen acht Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
(3) Der Gläubiger kann aus einem anderen Rechtsgrund höhere Zinsen verlangen.
(4) Die Geltendmachung eines weiteren Schadens ist nicht ausgeschlossen.